Von der Werkbank zum Westfalengarten

Zwischen High-Tech und Heimatliebe: Hoyaer LandFrauen auf Entdeckungstour in der Küchenregion Ostwestfalen

Zu einer spannenden Exkursion in das Herz der ostwestfälischen Küchenindustrie und die idyllische Kulturlandschaft des Kreises Herford brachen Mitte April 40 Hoyaer LandFrauen und einige LandHerren auf. Das Ziel: Den Weg von der ersten Planung bis zur fertigen Küche bei der Firma Nolte-Küchen hautnah mitzuerleben und die regionale Heimat mit neuen Augen zu entdecken.

Zustande gekommen war dieser besondere Kontakt durch Ilsemarie Bartels, die nicht nur eine engagierte LandFrau im Hoyaer Verein ist, sondern auch eine erfahrene Küchenplanerin bei der Firma Klingeberg in Bruchhausen-Vilsen. Dank ihrer Initiative und fachlichen Verbindung konnten die Teilnehmer exklusive Einblicke hinter die Kulissen der Branche gewinnen. 

Der Tag startete im Nolte-Forum in Löhne. Das beeindruckende Ausstellungszentrum dient auf rund 7.000 Quadratmetern als Inspirationsquelle für Fachpartner aus aller Welt. Während der Führung erfuhren die Teilnehmenden, dass Nolte bereits seit 1958 Küchen produziert. Besonders die Vielfalt der Stile – von puristischer Moderne bis zum klassischen Landhaus – beeindruckte die Gäste. Nach einer stärkenden Mittagspause im Restaurant „Die Knolle“ in Bünde folgte der Blick in das Herzstück des Unternehmens: das Produktionswerk in Melle-Bruchmühlen. Stephan Baum und Axel Müller, zwei erfahrene Mitarbeiter des renomierten Küchenherstellers, führten die Gruppe durch die Hallen, in denen täglich rd. 850 individuell geplante Küchen entstehen. Beeindruckend war vor allem das Zusammenspiel von hochmoderner Robotertechnik und menschlicher Präzision bei der Fertigung von über 8.000 Schränken pro Tag. 

Nach dem industriellen Teil begann der gemütliche Part des Tages. Birgit Steinmeier, LandFrau des Jahres 2007, nahm die Gruppe im Bus anschließend mit auf eine Rundreise durch ihre Heimat. Unterwegs gab es spannende Einblicke in die lokale Infrastruktur: Die Gäste erfuhren, dass die Region früher maßgeblich von der Zigarrenherstellung geprägt war, bevor sich der Wandel hin zum weltweit führenden Zentrum der Küchenfabrikation vollzog. Die Teilnehmenden staunten über die enge Verknüpfung von den fruchtbaren landwirtschaftlichen Böden, der einstigen Tabaktradition und der heutigen modernen Industrie, während die Landschaft dabei stets ihren ländlichen Charme bewahrte. 

Relikte aktiver LandFrauenarbeit in der Region! ©Ina Homfeld
Relikte aktiver LandFrauenarbeit in der Region! ©Ina Homfeld

Zur Kaffeepause kehrte die Gesellschaft in Brüngers Eventlocation ein. Die Seniorchefin und der Juniorchef ließen es sich nicht nehmen, die Gäste persönlich durch die einladenden Räumlichkeiten zu führen. Die Gruppe zeigte sich äußerst beeindruckt von dem stimmungsvollen Ambiente und der herzlichen Gastlichkeit des Familienbetriebs.

Den krönenden Abschluss bildete eine kulturelle Stippvisite: An der LandFrauenallee und beim Besuch des traditionellen, von den LandFrauen zu Ostern festlich geschmückten Hahns an der örtlichen Kirche wurde das ehrenamtliche Engagement der Region sichtbar. Ein privates Highlight war der abschließende Besuch im Garten von Birgit Steinmeier, in dem ein imposanter Taxus die Besucher zum Staunen brachte.

Mit vielen neuen Eindrücken über einen innovativen Wirtschaftsstandort, Natur und gelebtes Brauchtum trat die Gruppe am späten Nachmittag sichtlich zufrieden die Heimreise an.                                                                            ©Text Ina Homfeld