Drei Tage Berlin - Reise mit Vorständen und Ortsvertreterinnen des KV Grafschaft Hoya

Eine gemeinsame Reise zur Teambildung, dem Kennenlernen oder einfach nur dem Austausch der Ortsvertreterinnen und Vorstandsmitglieder der dem Kreisverband der LandFrauenvereine Grafschaft Hoya e.V. angeschlossenen Vereine war der Initiativgedanke für eine Dreitagestour. Was bietet sich da besser an als ein Besuch der „Grünen Woche“ in der Bundeshauptstadt Berlin?, hieß es im Vorfeld! 

 

Aber diese Reise war mehr! Ein Rückblick in die Geschichte der innerdeutschen Teilung im Zonengrenzmuseum in Helmstedt, ein Erinnern an Willkür und Unrecht im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, ein Einblick in die Legislative der Bundesrepublik Deutschland im Berliner Reichstagsgebäude mit Informationen über die Aufgaben eines Abgeordneten und seiner Fraktion, dem Genuss einer sensationellen Show auf der größten Theaterbühne der Welt im Friedrichsstadtpalast und dem Besuch der traditionsreichen Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau, der Internationalen Grünen Woche im Jahr ihres 100-jährigen Bestehens!

Birgit Meyer-Borchers, Vorsitzende des LFV Freudenberg-Bassum hatte diese Reise ausgearbeitet und organisiert. Und dies mit Bravour, da waren sich die 33 Mitreisenden - davon 12 vom Hoyaer LandFrauenverein- einig: Ein tolles Program!

Modell der Grenzsicherung
Modell der Grenzsicherung

Beklommenheit herrschte am Anreisetag im Zonengrenzmuseum in Helmstedt. Zwei Zeitzeuginnen berichteten aus ihrem Leben mit der innerdeutschen Grenze, den unmenschlichen Schicksalen von Familien, der Grenzsicherung und den mitglückten Fluchtversuchen! 

Bis zur Ankunft in Berlin gab es im Anschluss genügend Gesprächsstoff über diese Zeit der deutschen Teilung.

Die grandiose Show im Revuetheater "Friedrichstadtpalast" mit der Show "Blinded by Delight" sorgte dann am Abend für genügend Abwechslung.

Am zweiten Reisetag stand der Besuch der "Internationalen Grünen Woche" auf der Agenda. Die Welt zu Gast mit Innovationen und einer kulinarischen Vielfalt, die nicht in Worte zu fassen ist. Einen besonderen Höhepunkt konnten die Landfrauen live erleben, denn Ministerin Miriam Staudte eröffnete das "Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft". 100 Frauen wurden nominiert und mit dabei die Hoyaer LandFrau Tanja Wohlers aus Kampsheide. Ziel dieser Kampagne Ziel ist es, den gegenwärtigen Zustand für Frauen in der Landwirtschaft nachhaltig zu verbessern und ihre Stärken und Leistungsfähigkeiten transparent zu machen.

Die Reisegruppe mit Axel Knoerig (Mitte) ©B.Meyer-Borchers
Die Reisegruppe mit Axel Knoerig (Mitte) ©B.Meyer-Borchers

Der Abreisetag galt dem politischen Berlin und startete mit dem Besuch des Plenarsaals im Deutschen Bundestag. Eine Stunde erhielten die LandFrauen von einer Mitarbeiterin des Besucherdienstes Informationen über Alltag und Aufgaben der Abgeordneten. Besonders zur Frage "Warum sind oftmals viele Plätze im Plenarsaal unbesetzt?" gab es umfassende Auskünfte. Im Anschluss lud der Vertreter des Wahlkreises Diepholz/Nienburg I MDB Axel Knoerig die LandFrauen in den Fraktionssaal der CDU/CSU ein und thematisierte eine große Bandbreite politischer Themen. 

Nach dem Mittagessen im Paul-Löbe-Haus stand eine letzte Besichtigung in der Gedenkstätte des Stasi-Gefängnisses Hohenschönhausen an. Ehemals politisch Inhaftierte führten durch die Räumlichkeiten und gaben Auskunft über die unmenschliche Nutzung in der Nachkriegszeit als sowjetisches Speziallager und über die Zeit von 1951 bis 1990 als Untersuchungshaftanstalt für politisch Verfolgte in der ehemaligen DDR. Betroffenheit und gleichzeitig viel Gesprächsstoff für die Rückfahrt waren angesagt. 

"Diese Fahrt hat sich trotz des strammen Programms über alle Maßen gelohnt", so das einhellige Resümee. "Eine Wiederholung mit neuem Ziel in einigen Jahren" wurde ausdrücklich gewünscht.                                                             ©Texte Ina Homfeld