Rückblick 2020

Masken-Nähen in Hoya

Ein Anruf der Bürgermeisterin Frau Wasner überraschte Kerstin Gissel Mitte April. Da seit Wochen das Telefon häufig klingelte wegen Anfragen nach selbstgenähten Behelfsmasken, war ein Anruf einer unbekannten Person nichts Seltenes, doch dieses Anliegen war ganz anders. Die jetzige Schulleiterin der Grundschule in Hoya Sandra Philipp-Asmus hatte die Talkshow von Maybritt Illner geguckt, in der ein Textilhersteller aus Troisdorf, Nähe Köln versprach medizinisches Vlies zum Nähen von Atemschutzmasken zu verlosen an die ersten Anrufer am nächsten Morgen. Mit Geduld und Durchhaltevermögen gelang es ihr, das Vlies zu ergattern, das für 2000 (!) Masken reichen sollte. Eigentlich wäre Frau Philipp-Asmus auch mit 50 - 100 zufrieden gewesen, die sie mit ihren Kolleginnen hätte nähen wollen, nun stand sie vor der Aufgabe, 2000 Stück zu fertigen. Sie suchte dringend Hilfe und fand diese bei ihrer Vorgängerin Frau Wasner, die sich sicher war: Die LandFrauen werden uns helfen! Und so war es auch. Ein paar Whatsapp-Nachrichten wurden in die Gruppen verschickt, weitergeleitet und schnell meldeten sich ca. 40 Frauen, die am Samstag, den 18.04.2020 mit Nähmaschinen, Schneidematten, Stecknadeln und sonstigem Equipment zur Grundschule kamen. Sie wurden in 3 Gruppen aufgeteilt, Arbeitsgänge wurden besprochen und sofort wurde losgelegt. Da das mitgelieferte Gummiband nicht ausreichte für die große Anzahl von Masken, wurde Schrägband geschnitten, geformt, gebügelt und an die Masken genäht. Aus Heftstreifen wurde das Metallteil gelöst und in den oberen Saum eingefügt. Trotz flüssiger Arbeitsabläufe, gut gelaunter, nähbegeisterter Frauen und guter Versorgung mit Suppe, Butterkuchen und Getränken, wurden nicht alle 2000 Masken geschafft und wurde am folgenden Montag weiter genäht und das Werk vollendet.

Das war eine tolle Aktion, die zeigte: Auf die LandFrauen kann man sich verlassen! Mit einem super Netzwerk kann man viel erreichen!

 

Viele LandFrauen im Vereinsgebiet nähten in der gesamten Corona-Zeit unzählige Masken, die systemrelevanten Einrichtungen und sonstigen Bedürftigen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden.

 


Heimat Herd

Das war ein echtes Koch-Erlebnis! An 2 Montagen kochte jeweils eine Gruppe von Hoyaer LandFrauen (einige sind es extra geworden!) mit Kay Masan und Jochen Mönnig, den beiden Forsthausköchen, die das Buch "Heimat Herd" herausgebracht haben. Ihre Küchenphilosophie lautet: Regionale Produkte frisch nach Saison verarbeiten und das Charakteristische der Region mit hoher Kochkunst verbinden. Das konnte man spüren und schmecken. Das gemeinsam zubereitete Menü bestand aus einer Bärlauchrahmsuppe mit geräucherter Forelle, selbstgemachten Ravioli mit Schichtkäsefüllung mit Hardenborsteler Hähnchenbrust, herzhaften Bergkäseknödeln mit Blattsalat und Grießflammerie mit frischen Himbeeren.


Vom Summen und Brummen - Tipps für einen bienenfreundlichen Garten

 

Das Thema Insektensterben ist aktueller denn je, aber was kann der/die Einzelne tun, um das "Summen und Brummen" anzuregen? „Steingärten, Hecken mit Tuja und Kirschlorbeer oder mit Marmorplatten bestückte Gräber sind jedenfalls nicht geeignet, sie sind ein No-Go!“, diese Mahnung zog sich wie ein roter Faden durch den ebenso informativen wie kurzweiligen Vortrag, den Ulrike Tubbe-Neuberg, Beraterin für Garten, Hof- und Dorfgrün bei der Nds. Landwirtschaftskammer, vor den Hoyaer LandFrauen hielt.

 

Genau wie die LandFrauen, deren Symbol die Biene ist, besäßen insbesondere die Honigbienen ein vorbildlich gut sortiertes Netzwerk, sie seien für Gemeinschaft, soziales Engagement, Einsatzfreude und Fleiß bekannt, führte die im Weserbergland beheimatete Referentin einführend aus. Um 1kg Honig zu produzieren, müsse die Biene die Erde sechsmal umrunden, denn rd. 250.000 Flugkilometer seien dafür erforderlich. Der volkswirtschaftliche Nutzen durch die Herstellung von Honig aber insbesondere durch die Bestäubungsleistung beziffere sich auf rd. 2 Milliarden Euro. 585 Wildbienenarten seien hierzulande wissenschaftlich nachgewiesen, davon rd. 360 Arten in Niedersachsen. Besonders bedroht seien, so die Expertin, die sog. „Spezialisten“, die ihren Blütenstaub nur von bestimmten Pflanzen sammelten, während sich die „Generalisten“ zu den Flugzeiten an allen blühenden Pflanzen bedienten. In ihrem weiteren Vortrag stellte Tubbe-Neuberg verschiedene Wildbienenarten vor und klärte über Lebensräume und bevorzugte Baumaterialien des Nutzinsektes auf. Die Referentin entließ die Hoyaer LandFrauen mit einer Vielzahl an nützlichen Tipps und Empfehlungen für eine bienengerechte Gestaltung des Gartens und zog abschließend das Resümee: „Wer Schmetterlinge haben will, muss Raupen füttern!“

 

Das Lernen lernen

Wilfried Helms
Wilfried Helms

Eine unterhaltsame Lehrstunde zum Thema „Lernen“ erhielten rd. 60 Eltern und Großeltern auf Einladung des LandFrauenvereins Hoya im Gasthaus Thöle in Dedendorf. Wie das Lernen gelernt werden kann, welche cleveren Techniken dafür zur Verfügung stehen und welche Wege der Motivation es gibt, das zeigte Gastreferent Wilfried Helms, ehemaliger Gymnasiallehrer, Vater von vier Kindern und Inhaber der Mind Unlimited Schülerferienkurse auf äußerst anschauliche und kurzweilige Weise.

 

Sein Erfolgsrezept sind die fünf Säulen des Lernens: Kleine Lerneinheiten, Strukturierung, Visualisierung, Aktivierung und Emotionalisierung. Dazu hatte Helms praktische Übungen im Gepäck. Er thematisierte die Überwindung der Angst vor Klassenarbeiten, das Austricksen des inneren Schweinehundes und gab den Eltern mit auf den Weg: „Verdeutlichen Sie Ihren Kindern, dass das Laufenlernen viel schwieriger ist als das Lernen von Vokabeln und das Verstehen von Rechenschritten. Und diesen motorischen Meilenstein hat Ihr Kind mit Bravour geleistet.“

 

Drei Tage Berlin

Kulinarische Leckerbissen, kulturelle Highlights und einen Rundgang durch das ARD-Hauptstadtstudio erlebten im Januar

25 LandFrauen des Hoyaer Vereins bei ihrem Besuch in der Bundeshauptstadt Berlin. Anlass des Dreitagestrips war die "Internationale Grüne Woche", die bereits zum 85. Mal ihre Tore öffnete. Über 1.800 Aussteller mit mehr als 100.000 Produkten aus Deutschland und der Welt finden hier eine Plattform. Ob Elch-Bratwurst aus Estland, Königskrabbe aus Norwegen oder diverse Wodka-Spezialitäten aus Russland, kulinarisch kam keiner der Hoyaer Gäste zu kurz. Mutige probierten auch gebratene Mehlwürmer und Heuschrecken.

Während sich am Anreisetag einige der Mitreisenden auf Erkundungstour durch Berlin begaben, genossen der andere Teil der Reisegruppe die Gala-Show "Vivid“ im Friedrichstadtpalast. "Die Show ist geeignet, selbst den letzten Kulturmuffel von der Couch zu locken“, so wirbt der Veranstalter in seinem Internetauftritt. Und das unterstrichen die Reisenden einhellig, restlose Begeisterung war zu spüren. Zu spüren war anhand der großen Polizeipräsenz aber auch, dass neben den Hoyaer LandFrauen mehrere Staatsoberhäupter in Berlin verweilten. Angela Merkel hatte zeitgleich zur Libyen-Konferenz geladen.

Das "Hauptstadtstudio der ARD" stand am Abreisetag auf dem Programm. Bei einer einstündigen Führung konnten die LandFrauen Einblicke in die Produktionsstätte für die aktuelle bundespolitische Berichterstattung gewinnen. Im Fernsehstudio positionierten sich die Gäste vor der "green-screen" und einer "echten" Fernsehkamera.

Die Kunst der schönen Buchstaben

Am 21.01.2020 fanden sich 21 Frauen in der Scheune in Bruchhausen-Vilsen ein und Christine Pahmeyer von der LWK Osnabrück. Der große Tisch war reich bestückt mit Arbeitsmaterial und es wurde sofort begonnen. Konzentriert versuchten die Damen die Anregungen der Seminarleitung zu befolgen und setzten die Buchstaben verschieden hoch an Hilfslinien, veränderten die Laufweiten, übten Fake-Kalligrafie, malten Banner und Girlanden, suchten nette Sprüche und beschrifteten zum Schluss eine Tafelfolie, die in einen Bilderrahmen gespannt wurde. Ein toller Abend in einem netten Umfeld! Selten hat man die LandFrauen so ruhig erlebt ...


Silberschmieden

Am Samstag, den 18.01.2020 gab es eine zweite Gelegenheit an einem Silberschmiedekurs teilzunehmen mit Anne Grotenhöfer. Viele Teilnehmerinnen des ersten Seminars im Herbst 2019 hatten Lust auf mehr. Dieses mal wurde nicht so viel mit altem Besteck gewerkelt, sondern es entstanden schöne Fingerringe, sehr individuell und einzigartig. Die Teilnehmerinnen haben aber noch nicht genug - im Herbst 2020 werden wir einen weiteren kreativen Samstag anbieten.


Spieletreff

Drei Termine für Spieletreffs stehen in unserem Programm. Am ersten Abend im Januar waren schon über 20 Teilnehmerinnen und ein junger Teilnehmer da. Es wurden neue Spiele ausprobiert und bekannte erklärt. Die Gruppen wechselten ab und zu, sodass jede auf ihre Kosten kam. Wer Appetit verspürte, konnte einen Imbiss zu sich nehmen. Wir freuen uns auf die nächten Termine!


Das Karussell in meinem Kopf - Wege aus der Grübelfalle

Der Landfrauenverein Hoya organisiert zum Auftakt des Jahres 2020 im Gasthaus Okelmann eine Frühstücksveranstaltung. Chor Blattgold singt vor 200 Landfrauen einige nette Lieder.

Anschließend zeigt die Theologin Heidi Krause Frische aus Minden Wege aus der Grübelfalle auf. Täglich breiten sich 50.000 – 80.000 Gedanken in unserem Gehirn aus. Zu 95 % sind es immer die gleichen, nur 5 % sind neu. Ein flüchtiger Gedanke setzt ein Karussell in Gang. Frauen reagieren besonders auf psychosoziale Fragen mit Grübeln. Die Probleme schwellen an. Was du denkst, das strahlst du aus. Insbesondere wenn es um die eigene Gefühlslage geht, nimmt das Drama in unserem Kopf seinen Lauf. Es fühlt sich an, als ob wir ein Problem lösen. Aber alte Kamellen führen zu keinem Erfolg. Die Stimmung verschlechtert sich. Grübler wollen oft keine Antwort finden, weil sie vor der Antwort selbst Angst haben. Sie könnte ja schmerzhaft sein.

Dann ist ein seelischer Hausputz nötig. Beim Aufräumen der Seele hilft ein Faktenscheck mit Papier und Bleistift. Auf der Haben-Seite notieren wir und alles was uns Kraft gibt, auf der Sollseite alles, was uns Kraft raubt. Das sind die Punkte, die Veränderung brauchen.
Auf die Signale des Körpers sollen wir achten und Orte aufsuchen, die uns gut tun. Wenn wir nach 30 Minuten in der Problemlösung nicht weitergekommen sind, haben wir gegrübelt und nicht nachgedacht. Wir sollen dann die innere Kritikerin stoppen. Wichtig ist die Öffnung zu anderen Menschen. Außerdem hilft es, sich aufzurichten. Wer eine gerade aufrechte Körperhaltung einnimmt, vertreibt negative Anschauungen.

Der Tipp der Theologin lautet: Achten Sie auf ihre schönen Gedanken und seien Sie auch dankbar. Dankbarkeit ist eine Liebeserklärung an das Leben.